Genossenschaftsinitiative von Wirtschaftsministerium und Baden-Württembergischem Genossenschaftsverband: Unternehmen können jetzt leichter kooperieren

„Mit unserer Initiative wollen wir den Genossenschaftsgedanken wesentlich stärker als bisher auch bei mittelständischen Unternehmerinnen und Unternehmern, Freiberuflern und Existenzgründerinnen und -gründern verankern und die Zahl der Neugründungen von Genossenschaften in Baden-Württemberg nachhaltig erhöhen. Wir wollen zudem die Vorteile von Genossenschaften im Hinblick auf nachhaltiges Wirtschaften aufzeigen. Das Wirtschaftsministerium verfolgt damit das Ziel, den Mittelstand im Land insgesamt zu stärken“, betont Bernd Scherrer, Leiter des Referats Mittelstand und Handwerk im Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg.

„Ideale Lösung, um das selbstständige Unternehmertum zu erhalten“
Verbandsdirektor Herbert Schindler vom Baden-Württembergischen Genossenschaftsverband ergänzt: „Ich sehe in der Genossenschaft die ideale Lösung, um das selbstständige Unternehmertum zu erhalten. Sie ist ein wichtiger Pfeiler, um Unternehmen im Wettbewerb zu stärken.“ Die eG (eingetragene Genossenschaft) könne drei Unternehmer zusammenführen, aber auch Hunderte von Menschen in einer Kommune, die gemeinschaftlich Solaranlagen installieren oder ihren Dorfladen wiederbeleben wollen. Schindler stellte vor allem die Chance heraus, gemeinsam etwas zu bewegen. Eintritte und Austritte seien in der Genossenschaft sehr unkompliziert, zum Nominalwert und ohne Notar möglich. Jedes Mitglied habe die gleichen Rechte. „Das ist Demokratie pur.“

Auf einer Veranstaltung am Montag (14. Juni) an der IHK Südlicher Oberrhein in Freiburg wurde die genossenschaftliche Idee zum Anfassen geboten. Rund 60 Unternehmer, Betriebsberater in Handwerk, Industrie und Handel, Steuerberater und freiberufliche Unternehmensberater sowie Firmenkundenberater von Banken informierten sich, welche Vorteile die Rechtsform der „eG“ hat und wie eine „eG“ gegründet wird.

Vier junge Genossenschaften zum Anfassen
Vier neugegründete Genossenschaften machten erlebbar, wie in der Genossenschaft Eigeninitiative und Selbstverantwortung gelebt werden können.

Gerade erst 2009 gegründet ist die Genossenschaft Aktives Reisebüro Netzwerk eG, Gottmadingen, Kreis Konstanz. Inhabergeführte Reisebüros haben sich zusammengeschlossen, um gemeinsam eine Vertriebsplattform im Internet zu betreiben. Was die Genossenschaft so attraktiv macht,
ist ihre Strategie: Jedes Mitglied gibt in den Internet-Auftritt www.aktives-reisebuero.de Reisen aus seinem Angebot ein. Damit kann die Genossenschaft die Nachteile kleinerer Reiseveranstalter mit beschränktem Angebot überwinden und ein Vielfaches an Reisen anbieten.

Die OSADL eG aus Schopfloch im Schwarzwald, die 2006 gegründet wurde, versorgt die Automatisierungsindustrie auf dem ganzen Planeten mit Software. Die 30 Mitgliedsfirmen und deren Konzerne repräsentieren einen Gesamtumsatz von über 100 Milliarden Euro und beschäftigen weit mehr als 100.000 Mitarbeiter. Auch Weltunternehmen wie ABB, Intel oder Roche profitieren global von den Vorteilen der Mitgliedschaft in der Genossenschaft aus dem Schwarzwald, von dem Know-how, das von dort aus geschaffen wird.

The seed eG aus Weil am Rhein wurde 2006 gegründet. Die Genossenschaft ist ein neuartiges Netzwerk selbstständiger Kreativer: die moderne Form der Produktivgenossenschaft im Internet-Zeitalter. Grafikdesigner, Multimedia-Spezialisten und Marketingexperten haben sich in der Genossenschaft zusammengefunden und sich eine gemeinsame Infrastruktur geschaffen. Gearbeitet wird in den eigenen Räumlichkeiten im Kulturzentrum Kesselhaus in Weil am Rhein.

Zentrum für Mediation und Beratung ZMB
Noch jünger ist das Zentrum für Mediation und Beratung eG (ZMB) aus Karlsruhe, das 2010 ins Genossenschaftsregister eingetragen wurde. In der kleinen Genossenschaft haben sich Wirtschaftsmediatoren und Unterneh-mensberater zusammengeschlossen. Mit der Mediation haben sie als Schwerpunkt ein Verfahren zur Konfliktlösung, das sich gleichermaßen an die Wirtschaft wie an Personen und Personengruppen wendet, zum Beispiel bei Familienstreitigkeiten und Erbschaftsauseinandersetzungen, bei Konflikten in Vereinen oder zwischen Nachbarn.

So werden neue Genossenschaften ab 2010 gefördert
Teil der Genossenschaftsinitiative sind verbesserte Fördermöglichkeiten bei der Neugründung von Genossenschaften. Ab 2010 fördern der Baden-Württembergische Genossenschaftsverband (BWGV) und das Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg neue Genossenschaften umfassend – in der Gründungsphase und in der Startphase.

So begleiten und beraten Betriebswirte, Steuerberater und Juristen des Genossenschaftsverbandes Gründungswillige von der ersten Idee bis zur Gründungsprüfung. Für die Gründungsprüfung und -beratung wird ab 2010 vom BWGV nur noch eine Pauschale in Höhe von 1.500 Euro (zzgl. MwSt.) erhoben. Diese wird vom Wirtschaftsministerium durch einen Zuschuss über den BWGV um 750 Euro verbilligt. Auch in der dreijährigen Startphase gibt es für die jungen Genossenschaften kostenlose oder verbilligte Beratungs- und Prüfungsleistungen. Nahversorgungsgenossenschaften wie Dorfläden erhalten sogar fünf Jahre lang Unterstützung bei den Kosten der Prüfungen. Einen Überblick über die Förderleistungen gibt es im Internet unter www.bwgv-info.de und in der Broschüre „Zukunft durch Kooperation“, die das Wirtschaftsministerium und der Genossenschaftsverband zu der Genossenschaftsinitiative herausgeben.

Lesetipp: Zukunft durch Kooperation. Die Broschüre zur Informationskampagne kann unter www.bwgv-info.de bestellt werden.
 
Ihr Ansprechpartner beim Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg
Christine Baisch, Pressereferentin
Theodor-Heuss-Str. 4, 70174 Stuttgart
Fon 0711 123-27 68  E-Mail: christine.baisch@wm.bwl.de

Ihr Ansprechpartner beim Baden-Württembergischen Genossenschaftsverband e.V.
Reinhard Bock-Müller, Pressesprecher
Heilbronner Straße 41, 70191 Stuttgart
Fon 0711 222 13-27 70  E-Mail: reinhard.bock-mueller@bwgv-info.de

14. Juni 2010

 

Downloads

  • Kanal 8 TV-Mitschnitt vom 14.6.2010 in Freiburg

    Downloads: WMV [1590,71 kB] (URL: http://www.bwgv-info.de/media/content/2010-06-14_Freiburg_Kanal-8.wmv)

 

Kontakt

Reinhard Bock-Müller Pressesprecher
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